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Schankwirtschaft Wilhelm Andresen
Schankwirtschaft Wilhelm Andresen

Schankwirtschaft Wilhelm Andresen
25832 Katingsiel / Tönning

Telefon: 04862/370


Wegbeschreibung:
A 23, Abfahrt Heide-West auf die B 6 nach Tönning

Öffnungszeiten:
1. Mai bis 31. Oktober täglich 12.00 Uhr bis 23.00 Uhr
1. November bis 30. April täglich 14.00 Uhr bis 23.00 Uhr

Inhaber: Wilhelm Andresen

Weit herumgekommen ist er in der Welt. 25 Jahre lang fuhr er als »Kapitän der Landstraße« kreuz und quer durch Europa, machte dann Station in Hamburg mit eigener Firma und Meisterprüfung noch mit fünfzig Jahren in einem metallverarbeitenden Beruf; bis – ja bis die Mutter ihn nach Katingsiel rief, damit er die Schankwirtschaft übernahm. Wilhelm Andresen folgte dem Ruf der Familie – und fand als Gastwirt seinen Lebensmittelpunkt in dem über 300 Jahre alten malerischen Reetdachhaus direkt hinter dem Deich. Eine gastliche Legende lebte auf und fort. »Kum rin, un sett di dohl« – so sein leicht kauziger Willkommensgruß im schönsten Platt an die Gäste. Diese lassen sich das nicht zweimal sagen und erleben ein Gasthaus mit bester hausgemachter Küche und einer reichen Geschichte.
Diese begann 1668 mit dem Bau des Hauses an der damaligen Schleuse von der Süderbootsfahrt zur Eider nach Garding. Hier wurden Waren geleichtert, verzollt, zwischengelagert oder einfach nur umgeladen. Für Seeleute, Händler und Einheimische wurde das Haus zum Begriff – auch und vor allem dank seiner Schankwirtschaft, zur regelrechten Legende dagegen Wilhelm Andresens Mutter, die »Blonde Kathrein«. Über 64 Jahre führte sie das Regiment im Gasthaus; der Eiergrog war ebenso ihr Markenzeichen wie ihre Handarbeiten, gewebte Teppiche und bestickte Fahnen. Als ihr Augenlicht Ende der 80er Jahre mehr und mehr nachließ, erfolgte der Heimruf des Sohnes ...
Heute ist die Schankwirtschaft Wilhelm Andresen aus der gastlichen Szene der Halbinsel Eiderstedt kaum wegzudenken. Von der Deichkrone aus fällt der Blick des Wanderers hinab auf das leicht geduckte gastliche Anwesen, der Eingang flankiert von zwei uralten knorrigen Lindenbäumen. Im Innern entdeckt der Besucher ein Schatzkästlein alter bäuerlicher Wohnkultur: vier kleine verschachtelte Gaststuben (insgesamt 70 Plätze) mit ihrem stilechten Mobiliar aus Groß- und Urgroßmutters Zeiten mit weit ausladendem Kanapee, Büfett mit hohem Regalaufsatz, Petroleumlampen, Regulatoren und Holzbalkendecke. Delfter Kacheln, die damals über die Nordsee kamen und hier aus- oder umgeladen wurden, kleiden die Schenke bis zur Decke aus. Ahnentafel, Stammbaum und Erinnerungsstücke jeglicher Art erzählen von der jahrhundertealten Familiensaga des Anwesens, das sich rühmen kann, älteste Schankwirtschaft an der Westküste zu sein. Ein gutes Omen auch für junge Brautpaare, die sich hier mit standesamtlichem Segen das Ja-Wort zum Leben geben.
Zunächst aber genießt der Eiderstedter, der Wanderer und Urlauber die Gastfreundschaft eines familiengeführten Wirtshauses, dessen guter Ruf – auch als Nationalpark-Partner Wattenmeer – bis weit in die Lande gedrungen ist. Sein Gästebuch liest sich wie ein »Who is who« aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Und das nicht nur ob seiner landschaftlich idyllischen Lage und Einmaligkeit, sondern auch seiner kulinarischen Köstlichkeiten wegen. Küche und Keller halten ausgesprochene Spezialitäten bereit – von leckeren Schinken-, Krabben- oder Käsebroten bis zu hausgebackenem Kuchen mit Früchten aus dem eigenen Obstanbau: ob Johannisbeere oder Rhabarber, Apfel oder Birne und mit Quittenkuchen als besonderem »Schmäckerchen« für Süßschnäbel. Die Getränkekarte lässt kaum einen Wunsch offen – von der edlen Rebe über Dithmarscher Pilsner, den legendären Eiergrog nach originalem Rezept der »Blonden Kathrein«, den Pharisäer bis zu einer überraschend großen Vielfalt an Schwarztees und aromatisierten Teekreationen aus Schleswig-Holstein.
Glücklicherweise sind die Zeiten vorbei, als hier in Eiderstedt die Sturmfluten noch ungehemmt wüten konnten. Mit dem Bau des Eiderstauwerkes – einer technischen Meisterleistung – ist seit 1973 die Eidermündung von der offenen Nordsee getrennt und das Land beiderseits der tiefen Mündungsbucht vor Überschwemmungen beschirmt. Der hohe, die Halbinsel durchziehende Grasdeich schützt auch die Schankwirtschaft Andresen.

Weitere Informationen erhalten Sie in dem Buch "Historische Gasthöfe in Schleswig-Holstein".











Das Buch


Historische Gasthöfe in Schleswig-Holstein
Günter Köhler / Friedhold Birnstiel
Historische Gasthöfe in Schleswig-Holstein

168 Seiten
396 Abb.
Hardcover
ISBN 978-3-86124-615-2
EUR 22.00

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Schleswig-Holstein – meerumschlungen – ist reich an landestypischen historischen Gasthäusern und Herbergen. Ob urige Wirtshäuser in Kiel, Lübeck oder Flensburg, romantische Hotels auf Sylt, Amrum oder Helgoland, deftige Schenken im Herzogtum Lauenburg oder im Dithmarschen – die überwiegend denkmalgeschützten Häuser präsentieren neben unverwechselbarem Ambiente auch in ihrer Küche den Bezug zur Region. Und als Dessert gibt es Wissenswertes zur Geschichte des Landes und zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Umgebung.